Effektgeräte – Dynamikprozessoren: der Kompressor 1

Erstellt von Markus Hausmann am Montag 21. November 2011

Der Kompressor 1

Die Begriffe Pegel und Signal sollten bekannt sein. Anderfalls vorher  hier nachlesen.

Um zu verstehen, was ein Kompressor ist und wie er funktioniert, müssen wir uns kurz mit dem Begriff Dynamik beschäftigen. Die Dynamik eines Tonsignals wird im Wesentlichen durch 2 Parameter bestimmt:

  1. Lautstärkeänderung (zwischen laut und leise)
  2. und der Geschwindigkeit mit der diese Änderung geschieht.

Nun haben manche Signale eine sehr große Dynamik und die macht es schwierig, sie zu übertragen (Beschallung), sie aufzunehmen, oder mit anderen zu mischen.

Ein Beispiel: nehmen wir einen schlechten untrainierten Redner. Mal redet er laut, mal flüstert er. Mal muss man den Fader runterreißen, mal ist er nicht mehr zu verstehen. Die Lösung: ein Gerät, das das Nachregeln übernimmt, der Kompressor. Er wird in den Signalweg eingeschliffen und komprimiert die Dynamik des Signals um einen einstellbaren Faktor, soll heißen: er macht den Unterschied zwischen LAUT und leise kleiner. So wird der Redner nicht mehr so laut und man kann nun den Fader weiter hochschieben, damit die leisen Stellen besser hörber werden.

Wie funktioniert der Kompressor?

Zunächst wird das Signal am Eingang analysiert und in zeitliche Abschnitte unterteilt:

  1. Attack: Anstiegsphase des Signals von „null“ bis zur höchsten Spitze.
  2. Decay: Übergang von der ersten Spitze zur eigentlichen Klangphase
  3. Sustain: die eigentliche Klangphase, meist der längste Teil des Signals
  4. Release: die Ausklangphase

Eine kleine Graphik soll das verdeutlichen:

 

Diese 4 Phasen zusammen werden die Hüllkurve genannt. Syntesizer-Freaks kennen das auch als ADSR. Der Kompressor bearbeitet nun diese Hüllkurve. Dafür müssen wir ihm ein paar Arbeitswerte vorgeben.

  1. Threshold: der Einsatz- oder Arbeitspunkt. Ab diesem Pegel beginnt er zu arbeiten. Alles darunter bleibt unangetastet.
  2. Rate: die Kompressionsrate. Wie stark er komprimieren soll.
  3. Attack: wie schnell der Kompressor zupackt.
  4. Release: wie schnell er sich wieder „rausmogelt“, wenn der Pegel den Threshold unterschreitet.
  5. Gain: hier kann der Gesamtpegel nach dem Kompressor justiert, ev. Pegelverluste kompensiert werden.
  6. Knee: nicht bei jedem Kompressor! Macht den Übergang am Arbeitspunkt weicher. Er mogelt sich praktisch in den Signalweg rein. Das hilft unerwüschte Nebeneffekte fernzuhalten.

Praxis:

Wenn ich nun den Threshold (1) auf -25dB und die Rate (2) auf 3:1 stelle, bedeutet das: übersteigt der Signalpegel diese -25dB begint der Kompressor zu arbeiten. Steigt der Pegel um weitere 3dB an, macht der Kompressor daraus 1dB Anstieg. Steigt der Pegel vor dem Kompressor um 9dB, kommen hinten nur 3dB mehr raus, oder vorne +18dB, hinten +6dB. Also immer Pegelanstieg durch 3 teilen.

Fällt der Pegel wieder unter den Threshold von -25dB, schaltet sich der Kompressor aus und gibt alles 1:1 durch.

Nun sind die Signale ja sehr unterschiedlich. Ein Klavierton hat z. B. eine äußerst kurze Attackphase, Streicher, oder Flöten eine sehr langsame / lange. Um dem gerecht zu werden und möglichst unhörbar zu arbeiten muss die Einsatzgeschwindigkeit des Kompressors veränderbar sein. Dazu dient der Attack-Regler. Aber Vorsicht! Unbedachtes Handeln führt schnell zur Verschlechterung des Signals. Ist die Attacktime zu kurz, klingt alles schnell matschig, ohne Biss. Ist sie zu lang, wird die Attackphase übertrieben. Beides klingt unnatürlch.

Mit der Releastime ist das ähnlich. Auch hier ist Gefühl und Erfahrung gefragt. Generell lässt sich sagen: lange Signale vertragen längere Releasezeiten und kurze Signale brauchen auch kurze Releasezeiten.

Mit dem Gain-Regler kann ich jetzt Pegelverluste die eventuell durch die Kompression entstanden sind aufholen / ausgleichen. Das ist besonders dann wichtig, wenn noch weitere Geräte hinter dem Kompressor im Signalweg liegen, denn korrekte Aussteuerung ist schon fast die halbe Miete auf dem Weg zum guten Ton. Der Inputpegel wird immer über das Mischpult (Software, wie Hardware) geregelt.

Wie anfags schon erwähnt, ermöglicht der Knee-Regler einen sanfteren Einstieg des Kompressors. Doch wie? Zurück zu unserem Beispiel: Threshold= -25dB, Rate= 3:1.

Je nach Einstellung des Knee-Reglers, beginnt der Kompressor in Wirklichkeit schon bei vielleicht -30dB, aber erst einmal mit einer Rate von nur 1,5:1. Bei -27dB ist er dann vielleicht bei 2:1 usw, bis er bei -25dB dann echte 3:1 einsetzt. So mogelt er sich rein und auch wieder raus. Ergebnis: der Kompressor tut seinen Job, ohne das man ihn dabei arbeiten hört.

Grundsätzlich gibt es 2 verschiedene Herangehensweisen um Kompressoren einzusetzen:

  1. Signale besser beherrschbar machen, also zu große Dynamik zu reduzieren. Hier sind Nebeneffekte wie Pumpen nicht akzeptabel. Man darf den Kompressor nicht arbeiten hören, aber er muss seinen Job machen. Hier ist viel Gefühl und Erfahrung beim Einstellen gefragt. Es gilt üben, üben und nochmals üben. Mit den richtigen Einstellungen passt sich z. B. Gesang besser in die Musik ein und Sprache wird deutlicher, besser verständlich.
  2. Klangverändernd, also „Sound machend“. Das tut man z. B. Musikinstrumenten, wie Schlagzeug, Bass, Keyboards, etc. Hier fummelt man solange mit den Einstellwerten herum, bis das gewünschte Klangbild entsteht. Eine Bassdrum bekommt mehr Bauch, oder Druck, kann aber bei falscher Einstellung auch schnell zum Wummern / Dröhnen neigen. Ebenso bei der Snare.

Der Kompressor ist eines der wichtigsten Werkzeuge beim Mischen von Musik und Sprache. Sehr oft wird bei einer Pop-Produktion jedes einzelne Signal individuell komprimiert um eine hohe Dichte zu erreichen und auch die Lautheit zu steigern.

Aber dazu später mehr. Und wie immer gilt: nur für private Zwecke! Keine unerlaubte Weiterverwendung durch Dritte. © 2011 Markus Hausmann.

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Neuordnung der Funkfrequenzen, aktuelles

Erstellt von Markus Hausmann am Mittwoch 23. März 2011

Es gibt ein paar Neuigkeiten im Frequenzsalat. Die Bundesnetzagentur rührt fleißig am Dressing herum und der momentane Stand sieht wie folgt aus:

Allgemeinverfügung (= hier darf man frei hupen)

  • 790-814 MHz + 838-862 MHz, 50 mW , Vfg 91/2005, endet 31.12.2015
  • 823-832 MHz, 50 mW, Vfg 9/2011, befristet bis 31.12.2021 NEU
  • 863-865 MHz, 10 mW, Vfg 68/2003, befristet bis 31.12.2013
  • 1785-1805 MHz, 50 mW , Vfg 10/2011, befristet bis 31.12.2021 NEU

Einzelzuteilung: (jede Frequenz muss einzeln beantragt werden!)

  • 470-710 MHz, 50 mW, Rundfunkprogrammproduktion
  • 710-790 MHz, 50 mW
  • 174-230 MHz, 50 mW

Die Angaben in mW stehen für die maximal zulässige Sendeleistung. Für Einzelzuteilungen werden Gebühren fällig, zu erfragen bei der Bundesnetzagentur. Achtung: die sprechen dort von “Durchsagefunkanlagen” mal wieder feinstes Amtsdeutsch!

Interessant ist der Bereich von 1785-1805 MHz, hier sollen in Zukunft alle Funkmikros tuten. Das hat aber noch einen Haken: diese Systeme funktionieren nur, wenn zwischen Sender und Empfänger Sichtkontakt besteht! Da fallen einem doch gleich viele Situationen ein, wo das schnell ins Auge gehen kann: Sänger turnt auf der Bühne rum und kommt in optisch toten Winkel zum Empfänger: wupps die Stimme ist weg! Bisher fehlen in diesem Bereich also noch ausgereifte Systeme. Na, 2015 ist noch ein bischen hin, da müssen die Hersteller noch flink was basteln ….

Diese Infos wurden mir übrigens von Jürgen Otte, Seeget Versandhandel zur Verfügung gestellt.

Weitere Quellen: http://shuredeutschland.wordpress.com/2011/02/28/bnetza-vergibt-neue-frequenzen-fur-funkmikrofone/, http://www.bundesnetzagentur.de/cae/servlet/contentblob/192992/publicationFile/10025/Jahresinhaltsverzeichnis2011pdf.pdf, http://www.bundesnetzagentur.de/cae/servlet/contentblob/38186/publicationFile/10168/Durchsagefunk823MHz_832MhzVfg9_2011pdf.pdf

 

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ACHTUNG: Benutzer- / Userregistrierung geändert

Erstellt von Markus Hausmann am Dienstag 15. Februar 2011

Liebe Lesergemeinde, aus gegebenem Anlass sehe ich mich gezwungen, die Registrieung für Benutzer / User zu ändern: bei jeder Neuregistrierung, jedem Login wird die Email mit Spammerdatenbanken abgeglichen und gegebenenfalls gesperrt! Ebenfalls habe ich jetzt viele verdächtige User (Spammer) gelöscht. Sollte der Eine, oder Andere feststellen, dass er sich nicht mehr anmelden kann, obwohl er kein Spammer ist, bitte Email an mich und mit eindeutiger Email, möglichst aus deutschsprachigen Ländern neu registrieren.

Hintergrund: in der letzten Zeit wird mein Blog von Spammern dermaßen bedonnert, dass es richtig nervt. Besonders aus dem Ausland kommen “Kommentare” in allen Sprachen. Damit soll jetzt Schluss sein. Ich baue auf euer Verständnis.

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Loudness War, neues von der “Lärmfront”

Erstellt von Markus Hausmann am Freitag 10. September 2010

Ein neuer Standart am Tonhimmel?

Die EBU TECHNICAL, der Technik-Arm der EBU (European Broadcasting Union) hat eine neue Empfehlung zum Thema Loudness herausgegeben: die R 128 (R = Recommendation).  Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie die oft großen Loudness- (Lautheits-) Unterschiede zwischen Rundfunksendern, TV-Programmen + Sendern, CD-Produktionen, etc. sinnvoll behoben werden können.

Das Problem: jeder kennt das, zappt man zwischen Radiosendern hin und her, greift man schnell zum Lautstärkeregler. Die “Kultursender” sind flüsterleise + bei “Popsendern” zerlegt’s fast das Radio. Das gleiche bei TV- Sendungen. Der Werbeblock haut einem das Trommelfell durch und der Film ist zu leise. Auf dem Musikmarkt (CDs, mp3, etc.)  ist es besonders krass: da gibt es gute Produktionen mit viel Dynamik (Lautstärkeunterschiede) in der Musik und auch das totale Gegenstück mit absolut NULL Dynamik. Beispiel: Coldplay, “Viva La Vida Or Death And All His Friends” von 2008. Diese Scheibe ist so dermaßen hochkomprimiert, dass die VU-Meter bei 0dB wie festgenagelt stehen bleiben. Loudness Maximizing total! Einige wollen eben auf Biegen und Brechen die Lautesten sein. In Fachkreisen spricht man daher schon längst vom Loudness War.

Nun könnte man sagen “was geht mich das an?” Klar, der ständige Griff zur Fernbedienung beim TV nervt, weniger beim Radio … doch dabei wird vergessen welche Folgen das für die mp3 / iPod-Generation hat. Durch die Überkomprimierung sind manche Musiktitel dermaßen laut geworden, dass sie im Vergleich zu anderen Titeln auf dem mp3-Player zu echten Gehörschäden führen können. Statistiken zeigen, dass die Zahl der Gehörschäden bei Jugendlichen in den letzten 15 Jahren deutlich gestiegen ist. Handlungsbedarf ist also gegeben. Bei Wikipedia gibt’s ein anschauliches Beispiel dazu. Ganz nebenbei erwähnt: das Vernichten jeglicher Dynamik in der Musik durch übermäßiges Komprimieren / Limiting ist nicht gerade ein Qualitätsmerkmal und manchmal nur ein Trick um den Mangel an Kreativität zu kaschieren.

Die Lösung: bisher setzte man verschiedene Formen des Peak Limiting / Normalisation (Begrenzung der Pegelspitzen), oder verschiedene Formen Multibandkompressoren (z.B. Loudness Maximizer) ein, um die Lautheit (Loudness) zu erhöhen. Da die Messung der Lautheit bisher eher ungenügend war, führte das nur zum individuellen “Lautmachen” und somit zum Loudness War. Nun haben die Jungs von der EBU Richtlinien erarbeitet, die Loudness selbst genau zu messen und zu beurteilen.  Um das zu erreichen, musste auch eine neue Methode ein Audiosignal zu beschreiben entwickelt werden. 3 neue Parameter wurden eingeführt:

  1. Programme Loudness
  2. Loudness Range
  3. True Peak Level

Programme Loudness beschreibt die langzeit integrierte Lautheit eines Titels / Progrmmes / über dessen komplette Dauer. Es gibt also an, wie laut ein Titel im Durchschnitt ist. Die Einheit wird mit LUFS (Loudness Unit per Full Scale) angegeben, das heißt sie bezieht sich auf den digitalen Pegel 0dBFS. Verschiedene Versuche mit diesem Messverfahren führten zu dem Vorschlag den Zielpegel bei -23 LUFS festzulegen mit einer Toleranz von +-1LU.

Loudness Range (LRA) ist ein Maß für die Loudness-Unterschiede gemessen über das ganze Programm. Einheit: LU. So kann eine Aussage darüber getroffen werden, ob ein Titel Dynamikbearbeitung, sprich Kompression benötigt. Die EBU empfiehlt als Richtwert für hochdynamische Programme, wie klassische Musik und Filme eine LRA von 20 LU.

True Peak Level (TP) unterscheidet sich vom allgemein gebräuchlichen QPPM (Quasi Programme Peak Meter) durch eine super schnelle Integrationszeit, erreicht durch mehrfaches Oversampling. Die Praxis hat gezeigt, dass auch dem samplegenauen Peakmeter hier und da eine Spitze zwischen 2 Samples entgeht. Da man aber jede digitale Übersteuerung, sei es auch nur 1 Sample, vermeiden will, ist das QPPM nicht mehr akzeptabel.

Mittels dieser 3 neuen Parameter soll nun ein neues Audiometer entwickelt werden, das eine bessere Beurteilung des Audiomaterials zulässt. So können dann Standarts definiert werden, die die qualitative Bewertung einer Mischung / Produktion bezüglich Lautheit, Dynamik und Kompression zulassen und somit dem abstrusen Loudness War ein Ende setzen.

Fazit: noch ist die R 128 eine Empfehlung. Die Denkansätze klingen interessant und wenn es gelänge einen internationalen Standart zu etablieren, wäre das ein deutlicher Schritt nach vorn. Dann zählt eben nicht mehr je lauter, desto besser, sondern die Einhaltung der Norm und somit ein Mindestmaß an Qualität, da durch übermäßige Kompression immer die Klangqualität leidet.

Das Argument mancher Kollegen sich der Marktmacht beugen zu müssen, ist dann auch erledigt. Außerdem bringt das ständige Schielen nach den Kids und Jugendlichen eh nichts. Mit dem Dowload- + Filesharing-Thema hat sich die Musikindustrie schon gehörig auf die Klappe gelegt.

Die EBU-Leute träumen sogar davon die LRA-Werte mittels Metadaten in die jeweiligen Titel einzubauen, um Konsumergeräten zu ermöglichen, alle abgespielten Titel untereinander anzupassen. Von Software-Playern wie iTunes, Winamp, o.ä.  kennt man ja schon ähnliche Funktionen. Die scannen alle Titel durch und versehen sie mit internen Lautstärke-Infos. So etwas soll dann auch Hardwareseitig gehen.

Ich plädiere da eher für eine saubere Produktion im Vorfeld. Das vermeidet eine Menge Komplikationen und erzieht alle Musikschaffenden zu einem Mindestmaß an Qualität.

Quellenangabe: EBU TECHNICAL – Publications: R128 (Ein Artikel von Florian Camerer: für alle die tiefer einsteigen wollen), Wikipedia: Loudness War (sehr interessanter Artikel!)

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News aus der Tonwelt

Erstellt von Markus Hausmann am Samstag 21. August 2010

Hallo Welt! Nach längerer Zeit des Schweigens melde ich mich wieder zurück. Grund: es gibt ein neues Tonstudio am Musikhimmel von Berlin. Die langjährige und erfolgreiche Kooperation mit Heino Jacke in Sachen Komposition mündete nun in einer festen Zusammenarbeit.

Unter dem Namen Schriftzug SoundsINN wird jetzt fleißig komponiert für Film, TV und Werbung. Die Vorbereitungen begannen schon Ende April 2010 und im Mai erfolgte der Einzug. Das brachte nun so viel Arbeit mit sich, dass für´s bloggen keine Zeit mehr blieb. Nun sind die grundlegenden technischen Dinge erledigt und auch die neue Homepage ist fertig, so dass ich auch hier wieder loslegen kann.

Noch was zum Studio: wir sind in die Geschäftsräume von pre and post, einer Pre – und Postproduction – Firma (sagt ja schon der Name!) eingezogen. Hier werkeln auch noch Spezialisten für Animation (pixelapparat), für Video-Formatwandlung (eyeres) und einige Autoren. Wir haben also alle was mit Film + TV zu tun und das ergibt spannende Synergien. Das Studio ist für unsere eigene kompositorische Tätigkeit ausgelegt. Auf große Aufnahmeräume haben wir bewusst verzichtet, eine kleine Sprachkabine reicht uns völlig aus, da wir hier keine Bands produzieren werden. Auch reine Vermietungsjobs sind nicht geplant. Also nur für unsere eigenen Zwecke, das schafft viel Freiraum für’s Wesentliche, da nur das Endergebnis zählt.

So, das war’s mal wieder für’s erste. Wer mehr über das Studio erfahren will, guckt hier. Bis dann.

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Pegel 3: richtig aussteuern digital

Erstellt von Markus Hausmann am Montag 14. Juni 2010

Vorweg: zum besseren Verständnis solltest du meinen Beitrag “richtig aussteuern analog” gelesen haben. Wie dort schon erwähnt, werden die Grenzen des Pegels nach unten vom Grundrauschen und nach oben hin von der Übersteuerung festgelegt. Allerdings liegen diese Grenzen bei digitalen Signalen woanders. Um das zu verstehen müssen wir uns verdeutlichen, wie “digital” funktioniert. Gehen wir von folgendem Beispiel aus:

Mikrofon     ——->  digitales Mischpult ——-> Lautsprecher

Das Mikro liefert uns einen Ton (analoges Signal). Am Eingang des Mischpultes wird dieser Ton durch einen AD-Wandler (Analog – Digitalwandler) in Bits + Bytes zerlegt, also computerfresstbare Daten. Lauter Nullen und Einsen. Dafür nimmt der AD-Wandler mehrere tausend Mal pro Sekunde Maß an dem Ton und uns schreibt diese Werte auf. Als Ergebnis haben wir nun einen Datenstrom, mit dem man weiterarbeiten kann. Wie oft der AD-Wandler Maß nimmt bestimmt die Samplingfrequenz. Liegt diese bei 44,1 kHz, misst er also 44100 Mal pro Sekunde.

Im Mischpult kann man nun mit diesen Daten Pingpong spielen, denn alle Operationen wie EQ, Kompressor, Lautstärke, etc sind jetzt nur noch Rechenoperationen. Damit wir unseren im Mischpult bearbeiteten Ton auch anhören können, durchläuft er am Ausgang des Mischpultes einen DA-Wandler (Digital-Analog-Wandler). Der arbeitet spiegelbildlich zum AD-Wandler und bastelt so wieder einen analogen Ton aus den ganzen Nullen und Einsen. Dieser Ton geht nun zum Lautsprecher und wir können ihn hören.

Der Segen dieser Technik, die große Freiheit in der Signalbearbeitung durch die Digitalisierung, ist zugleich auch ihr Fluch, denn dieses System verhält sich ganz anders, als die Analogtechnik. Einerseits gewinnen wir viel Luft nach unten hin, da das Grundrauschen hier meist viel geringer ist, andererseits sind Übersteuerungen tötlich! Der AD-Wandler schneidet alles radikal ab, was seine technische Obergrenze von 0dB überschreitet. So wird aus einem sinusförmigen Signal schnell ein Rechtecksignal. Das hat verheerende Wirkung für den Klang: man hört sofort heftiges Kratzen und Knacken. Ein digital übersteuertes Signal ist somit unbrauchbar.

Für die Praxis heißt das: sehr sorgfältig auf den Pegel achten! Lasse immer mindestens 12dB Luft nach oben hin.

Andererseits ist es genauso falsch aus Angst vor Übersteuerung zu niedrig auszusteuern. Das Prinzip der Digitalisierung bedingt, dass je leiser ein Signal wird, desto geringer auch die Bitrate der Übertragung wird. So können besonders leise Signale förmlich “zerbröseln”. Jeder, der schon einmal ein 8-Bit-Signal gehört hat, weiß was ich meine. Jeder angesteuerte Effekt im digitalen Mischpult fügt dann eher Brösel hinzu, statt Verbesserungen.

Das führt zu folgende Strategie: sorge dafür, dass du schon im Input (Gain) einen guten hohen Pegel hast. Fahre die Kanäle hoch aus, damit alle internen und / oder externen Effekte voll ausgesteuert werden, ebenso die Subgroups. Erst am Ausgang kannst du den Pegel reduzieren, falls nötig, z.B. im Livebetrieb um dem Publikum nicht die Ohren wegzuhauen, oder eventuelle Aufzeichnungsgeräte nicht zu übersteuern. Mache regen Gebrauch von der SOLO-Funktion (falls vorhanden) um den Pegel jeder Zeit zu  checken.

So, das war´s mal wieder. Hat dir der Artikel gefallen? Hast du Anregungen, Fragen? Dann kommentiere hier direkt unter diesem Artikel.

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Digitale Dividende

Erstellt von Markus Hausmann am Freitag 28. Mai 2010

Seit der Neuordnung der Funkfrequenzen durch die Bundesnetzagentur geistert dieser Begriff durch die Technikwelt. Als Tecki sollte man ihn kennen. Was ist das also?

Unter digitaler Dividende versteht man die Frequenzbänder, die durch die Digitalisierung der TV-Sender (DVB-T) “frei” geworden sind. Ein DVB-T – Signal benötigt nur einen Bruchteil der Bandbreite, die ein vergleichbares analoges TV-Signal braucht. Dadurch sind im ganzen Frequenzband Lücken entstanden, die durch neue Sender gefüllt werden können und wurden. Seit Einführung des digitalen Rundfunks sind deutlich mehr digitale Hörfunk- und TV-Programme im Äther unterwegs, als vorher und immer noch sind große Bereiche im UHF-Band von 790 – 862 MHz frei.

Um diese Bänder wurde nun heftig gekämpft. Die digitale Dividende wurde somit zum Zankapfel, den am Ende die Mobilfunker gewannen, auch weil sie einen Versorgungsauftrag mit Internetzugängen haben, den sie in den ländlichen Regionen mit Kabelanschlüssen kaum gewährleisten können. Daher ihr großes Interesse an der digitalen Dividende.

Die Bundesnetzagentur hat nun die Bereiche der digitalen Dividende versteigert. Das Verfahren wurde am 20.05.2010 beendet und das Ergebnis könnt ihr in meinem Beitrag Neuordnung der Frequenzen nachlesen.

Es gibt zu diesem Thema auch interessante Beiträge bei Wikipedia, oder auch bei LTEmobile, auf die ich mich hier auch teilweise bezogen habe.

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Neuordnung der Funkfrequenzen

Erstellt von Markus Hausmann am Freitag 28. Mai 2010

Am 20.05.2010 wurde das Versteigerungsverfahren durch die Bundesnetzagentur der Funkfrequenzen in den Bereichen 800 MHz, 1,8 GHz, 2 GHz, 2,6 GHz für den drahtlosen Netzzugang zum Angebot von Telekommunikationsdiensten beendet. In diesen Bereichen werden künftig die Mobil- und TV-Funker rumhupen und für uns Teckies heißt das wir müssen mit unseren Funkmikros auf andere Frequenzen ausweichen. Dafür wurden von der Bundesnetzagentur die Frequenzbereiche von 470 – 790 MHz neu geordnet. Waren diese Bereiche bisher hauptsächlich den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten vorbehalten, sollen sich dort nun alle Funkmikros tummeln.

Das neue Raster sieht dann so aus:

470 – 710 MHz (Kanäle 21 – 50): Rundfunkanstalten (öffentlich-rechtliche ~ und private ~)

710 – 790 MHz (Kanäle 51 – 60): Professionelle drahtlose Produktionen außerhalb des Rundfunks

470 – 790 MHz (Kanäle 21 – 60): Ortsfeste Nutzungen (z. B. Theater, Freilichtbühnen, Stadthallen)

Für diese Veränderungen gibt es eine Art “Übergangsphase” bis zum 31.12.2015, während der die bisherigen Frequenzbereiche weiter kostenfrei genutzt werden können. In der Präsidentenkammerentscheidung der Bundesnetzagentur vom 12.10.2009 heißt es dazu:

Darüber hinaus sind die Frequenzbereiche 790 – 814 MHz und 838 – 862 MHz durch die Amtsblatlverfügung 91/2005 für Funkmikrofone für professionelle Nutzungen mit einer maximal zulässigen äquivalenten Strahlungsleistung von 50 mW ERP allgemein zugeteilt worden. Die Allgemeinzuteilung ist am 01.01.2006 in Kraft getreten.

Die Allgemeinzuteilung ist bis zum 31.12.2015 befristet. Eine Nutzung der Frequenzen für den drahtlosen Netzzugang zum Angebot von Telekommunikationsdiensten ist aber schon vor Auslaufen der Allgemeinzuteilung möglich. Die Allgemeinzuteilung enthält insoweit den ausdrücklichen Hinweis, dass die Frequenzen auch durch andere Funkanwendungen genutzt werden können. Die aufgrund der Allgemeinzuteilung betriebenen Funkmikrofone in Bereich 800 MHz können zukünftig mit der Nutzung der Frequenzen für den drahtlosen Netzzugang gestört werden. Diese Störungen müssen jedoch aufgrund des nachrangigen Status der Allgemeinzuteilung hingenommen werden. Die Kammer weist jedoch darauf hin, dass die Netzbetreiber aufgrund der Verpflichtung nach Punkt IV.4.5 dieser Entscheidung
zunächst die „ländlichen Regionen” versorgen müssen. Da die überwiegende Nutzung der Funkmikrofone jedoch in den Ballungsgebieten erfolgt, ist mit möglichen Beeinträchtigungen der Mehrzahl der Funkmikrofone, wenn überhaupt, erst mit einem entsprechenden zeitlichen Versatz zu rechnen.

Der volle Text ist hier zu lesen. Veröffentlicht auf der Website der Bundesnetzagentur.

Das klingt erst einmal nicht sehr prickelnd! Man scheint darauf zu pokern, dass es keine Probleme geben wird. Hauptsache die Mobilfunker haben freie Bahn, sie haben ja mit Milliarden Euronen gewunken. Die Veranstaltungsbranche hat das Nachsehen, denn wie heißt es oben so schön: “Diese Störungen müssen jedoch aufgrund des nachrangigen Status der Allgemeinzuteilung hingenommen werden.” Von den Kosten für die Umrüstung bestehender Funkmikroanlagen, oder gar Neukauf wegen Nichtumrüstbarkeit möchte ich gar nicht erst reden.

Lösungsansätze?

Nun ja, 5 Jahre sind eine lange Zeit. Laut dem Hersteller Shure sind Störungen vorerst nicht zu erwarten, da die Netzbetreiber frühestens 2012 in den neuen Bändern anfangen zu hupen. Auch geht es hier überwiegend um Versorgung mit mobilem Internet, hauptsächlich für die Regionen, in denen eine Kabelversorgung zu teuer ist. Daher wurde von der Bundesnetzagentur ein 4-Stufenplan festgelegt (Präsidentenkammer-entscheidung, Seite 6), nachdem die Mobilfunker erst in den ländlichen Regionen beginnen, dann die Kleinstädte, mittleren Städte und erst zum Schluss die Ballungsräume beglücken.

Auch ein Frühzeitiges Ausweichen auf die neuen Frequenzen macht wohl keinen Sinn, da sie z. Z. noch kostenpflichtig sind, also Einzellizenzen gekauft werden müssen.

Laut Shure ist nur für die aktuellen Funkstrecken ein Umbau möglich (z. B.: UR4D: 350,- €), aber man sollte sich überlegen ob das jetzt schon Sinn macht. Wie gesagt: vor 2012 wird gar nix passieren und danach muss man sehen, ob überhaupt Störungen auftreten. Also Scanner anschmeißen und gucken was da kommt. 2015 sind mit Sicherheit schon Nachfolgemodelle auf dem Markt. Wer nicht jetzt neu kaufen muss sollte lieber warten.

So, wer sich noch dafür interessiert, was sich wer unter den Nagel gerissen hat wird hier fündig: Ergebnis der Auktion
Die genaue Zuweisung der einzelnen Frequenzen steht noch aus. 4,38 Mrd € sind schon eine fette Summe für diese Frequenzen. Da muss man schon ein dickes Geschäft wittern …

Wenn jemand hierzu neue Infos hat, bitte hier kommentieren, oder mit mir direkt Kontakt aufnehemen. Danke.

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HD-Recording 1: Windows XP richtig installieren

Erstellt von Markus Hausmann am Freitag 7. Mai 2010

Wer sich einen funktionierenden Audio-PC aufbauen will, steht schnell vor einigen Problemen. Da nimmt man sein ganzes Geld zusammen, kauft irgendwelche Hardware, von der der Verkäufer gesagt hat “Det Teil is richtig heiß!”, obwohl er selbst nicht einmal weiß, was HD-Recording überhaupt ist, schrantz das Windows und die Programme drauf, nur um dann festzustellen, dass nix funzt! Oder hat man gar bei einer großen Elektromarktkette zugeschlagen, stehen die Chancen 70 / 30 dass der Sequenzer Schluckbeschwerden kriegt. Au weiah! Und nu?

Genauso liest man in vielen Foren immer wieder Beiträge, wie: ” … dieses Update (>>ein bekannter großer Sequenzer<<) ist totele SCHXXXXXX!! Seit das Update drauf ist läuft nix mehr! Alles Müll!”

Wer kennt das nicht? Sind die Softwarehersteller wirklich so blöde ungetestete Updates rauszuhauen? Nein! Zu 98% liegen die Ursachen beim User. Die restlichen 2% verteilen sich auf Hardwarefehler, Inkompatibilitäten und echte Hardwaredefekte.  Äußerst selten nur gibt es so grobe Bugs, dass ganze Rechnersysteme den Löffel abgeben. Das ist heute so unwahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto. Man muss schon fast ein Experte werden, um einen funktionierenden Audio-PC aufbauen zu können. Damit also der Adrenalin-Spiegel in Zukunft etwas niedriger ausfallen kann und auch die Testosteron-Kommentare weniger werden habe ich mich entschlossen eine Beitragsserie zum Audio-PC zu schreiben.

Viele Fehler werden schon ganz am Anfang gemacht, beim Installalieren des Windows. Aber für einen guten Audio-PC ist die richtige Installation des Betriebssystems enorm wichtig. Hier gemachte Fehler können das gesamte System unbrauchbar machen, auch wenn man das vielleicht nicht sofort bemerkt. Daher dreht sich der erste Beitrag nur um dieses Thema. Bei Winfuture und Szene1.at gibt es auch sehr interessante Beiträge dazu. Teilweise beziehe ich mich auch darauf.

Die Vorbereitung

Jeder, der schon mal Windows installiert hat, kennt diverse Fehlermeldungen und Abbrüche. Die richtige Systematik ist dabei enorm wichtig. Ich folge weitestgehend der Winfuture-Anleitung, also hier meine Empfehlung:

  1. Aktuelle Treiber

    Besorge dir übers Internet alle aktuellen Treiber zu deiner Hardware: Mainboard, Graphigkarte, Audiotreiber, Netzwerktreiber, Druckertreiber, etc. Wenn mitten in dem Installationsprozess plötzlich ein Treiber fehlt, ist das schnell ein echtes Problem. Oft erkennt Windows nämlich die Netzwerkkarte nicht. Hast du dann keinen zweiten Rechner mit Internetzugang parat, kommst du nicht an aktuelle Treiber ran. WICHTIG: Kopiere dir die SATA- und die Netzwerktreiber auf eine Diskette, wenn du nicht mit einer eigenen Installations-CD (siehe 2.) arbeiten willst.

  2. Installations-CD

    Erstelle dir  eine Installations-CD mit nLite, oder XP-Isobuilder. Das sind 2 Programme mit denen man Service-Packs und Treiber in das Betriebssystem integrieren kann. Außerdem kannst du schon ein paar Voreinstellungen machen, wie: Systemleistung für Hintergrunddienste optimieren, Systemwiederherstellung abschalten, Fehlerberichterstattung auschalten, oder den Lizenzkey eingeben, etc. Ebenso kann man eine komplett automatische Installation erstellen (“unattended”, ohne irgendwelche Abfragen).Die Integration von Treibern ist besonders sinnvoll. Heute sind SATA-Platten üblich. Die laufen aber ohne Treiber nicht und werden so bei der Installation nicht erkannt. Und nicht jeder PC hat heute noch ein Diskettenlaufwerk, um den Treiber während der Installation draufzuschranzen.
    Service-Packs sollten ebenfalls integriert werden. Es ist ein erheblicher Unterschied, ob man sie gleich mit installiert, oder nachträglich aufspielt. Windows läuft dann einfach schneller und stabiler. Auch wurden zumindest bei XP mit den Service-Packs neue Funktionen nachgerüstet, besonders im Sicherheitsbereich. Du kannst dir die Service-Packs komplett bei z.B. Winfuture downloaden. Das Einrichten von Benutzerkonten ist auch hier mit dem XP-Isobuilder ganz einfach. Soll dein PC ans Internet, ist dieser Punkt besonders wichtig. Dazu aber an anderer Stelle (weiter unten) mehr.

  3. HD- Aufteilung

    Mach dir einen Plan über die Festplattenaufteilung. Ein guter Audio-PC braucht heute sehr viel HD-Platz. 1 Terrabyte ist da bei den umfangreichen Soundlibraries keine Seltenheit mehr. Auch sollten es mehrere HDs sein. Warum? Sounddaten (Audiofiles, Samples) sind sehr stressig für eine Festplatte. Wenn du dann vielleicht im Kontakt auch noch das Streaming eingeschaltet hast, hat diese HD jetzt viel zu tun. Soll sie auch noch gleichzeitig von einer anderen Partition Programmdaten lesen und schreiben, ist schnell Schluss. Bei modernen MBs sind die Bussysteme heute leistungsfähig genug, um mehrere HDs gleichzeitig unter Vollast zu bedienen. Der Flaschenhals liegt also eher bei den Festplatten, als beim Bussystem. Deswegen sollte man auch möglichst schnelle HDs verbauen. Hier mein Vorschlag:

    • 1 für Betriebssystem, Programme ca. 30 GB und Songs, ca. 200 -300 GB
    • 1 für die Sounds und Samples mindestens 300 GB
    • 1 für Backups, am Besten extern, 500 GB, besser mehr

    Die Größen hängen natürlich von deinen Bedürfnissen ab. Wenn du mit z.B. der Vienna-Library arbeiten willst, brauchst du allein dafür schon mehr als 500 GB.
    Wie du siehst richte ich auf der Systemplatte immer 2 Partitionen ein. Songdaten gehören nicht auf C:\. Raucht das XP mal ab, sind auch deine Songdaten weg!

Die Installation:

  1. BIOS:

    Zuerst müssen wir ins BIOS, um von CD booten zu können. Dafür während der ersten Bootphase die Taste F2, F12, oder DELETE drücken (das kann auch eine Andere sein, ist bei jedem PC verschieden). Im BIOS gibt es meist ein Hauptmenü “BOOT”. Dort kannst du die Boot-Reihenfolge so einstellen, dass zuerst das CD-Laufwerk nach einem bootfähigen Medium durchsucht wird. Über F10 kann man meist die Einstellungen speichern und das BIOS wieder verlassen.

  2. Start von CD / DVD:

    Der PC bootet nun neu und startet automatisch die Installation von CD. Wenn die Abfrage kommt, wo XP installiert werden soll, hast du auch die Möglichkeit die Festplatten aufzuteilen (Partitionierung), Partitionen zu erstellen,zu formatieren, oder zu löschen. Du hast dir ja hoffentlich schon einen Plan zurechtgelegt, wie du sie aufteilen willst.
    Ist der Rechner noch jungfräulich, kannst du natürlich auch erst einmal das OS installieren und dann unter Windows mit einem speziellen Programm die weiteren HDs formatieren und Partitionieren. Partition Magic von Powerquest z. B. leistet da ganz gute Dienste.

  3. Benutzerkonten:

    Nachdem du etwas später dann aufgefordert wurdest den Lizenzkey einzugeben, kommt die Frage nach einem Kennwort für das Administratorkonto. Wenn du hier nichts einträgst, bootet der Rechner in Zukunft ohne Passwortabfrage. Geht ja schön schnell, aber du arbeitest dann auch immer im Adminmodus, was saugefährlich ist, wenn der PC auch ins Internet soll. Daher hier ein Passwort vergeben UND auch gleich ein Benutzerkonto anlegen. Die Vergabe eines Passwortes für das Adminkonto hat auch noch eine andere Bewandtnis: musst du doch einmal die Reparaturkonsole von Windows nutzen,  um einen Schaden am XP zu beseitigen, fragt diese gnadenlos das Admin-PW ab, egal ob eines vergeben wurde, oder nicht. Hast du keines, ist hier Ende Gelände!

  4. Nun neu booten.

    Ist Windows komplett installiert, solltest du sofort 1 mal neu booten. Bei diesem Vorgang werden noch div. Dateien in ihre richtige Position verschoben. Danach sofort die Bootpartition defragmentieren! Du wirst erstaunt sein, in welchem Chaos Windows die Dateien gespeichert hat.

  5. Treiber installieren:

    Jetzt werden die noch fehlenden Treiber installiert. Die dem Mainboard mitgelieferte Treiber-CD enthält eigentlich immer veraltete Versionen. Hast du dir noch keine aktuellen Treiber besorgt, solltest du das jetzt erledigen. Erst alte Treiber installieren und dann durch neue zu ersetzen ist immer der schlechtere Weg, da oft Datenschrott vom alten Treiber zurückbleibt. Reihenfolge:

    • Mainboardtreiber
    • Graphiktreiber
    • Soundkartentreiber
    • Druckertreiber + sonstiges

    Wichtig: nach jedem installierten Treiber neu booten. Sind alle Treiber drin, solltest du im Gerätemanager nachsehen, ob alle Treiber richtig angezeigt werden, oder noch irgendwelche Fehlermeldungen vorliegen. Dafür: Rechtsklick auf Arbeitsplatz, dann Eigenschaften / Hardware / Gerätemanager. Wenn ja, beseitige sie jetzt.
    Zum Abschluss der Treiberinstallation, wie könnte es anders ein, folgt eine Defragmentierung.

Nun gibt’s noch etwas Feintunig. Für funktionierendes HD-Recording sind einige Änderungen an den Windowseinstellungen zwingend erforderlich. Hierfür brauchst du Administratorrechte (falls du ein Benutzerkonto eingerichtet hast).

  1. Leistungsoptionen:

    Rechtsklick auf Arbeitsplatz, Eigenschaften/ Erweitert/Systemleistung -> Einstellungen/Visuelle Effekte/ dort “Für optimale Leistung” anhaken.

  2. Hintergrunddienste:

    Rechtsklick auf Arbeitsplatz, Eigenschaften/ Erweitert/Systemleistung -> Einstellungen/Erweitert -> Prozessorzeitplanung: dort auf “Hintergrunddienste” umstellen.

  3. Fehlerberichterstattung abschalten: (Empfehlung)

    Rechtsklick auf Arbeitsplatz, Eigenschaften/ Erweitert/ unten rechts auf “Fehlerberichterstattung” / hier auf  “Fehlerberichterstattung deaktivieren” + Haken entfernen bei: “Aber bei kritischen Fehlern benachrichtigen”

  4. Systemwiederherstellung abschalten:

    Rechtsklick auf Arbeitsplatz, Eigenschaften/ Systemwiederherstellung/ hier “Systemwiederherstellung auf allen Laufwerken deaktivieren” anhaken. Die Systemwiederherstellung kann Knackser produzieren, wenn sie gerade eine neue Sicherung anlegt, während du mit deiner DAW arbeitest. Besser ist es eh regelmäßige Backups zum machen.

  5. Ordner Eigene Dateien verschieben (Empfehlung)

    Start / Rechtsklick auf “Eigene Dateien” / Eigenschaften / dort das neue Ziel des Ordners angeben und auf “verschieben” klicken. Als Ziel empfiehlt sich eine andere Partition,  bzw HD.
    Sinn dieser Aktion: Viele Programme, besonders Plugins von z.B. Nativ Instruments speichern eine Menge Daten und Einstellungen in diesen Ordner. Hinzu kommen noch deine eigenen Daten  wie Downloads, etc. Musst du jetzt dein System neu aufsetzen sind diese Daten weg, wenn du sie nicht vorher gesichert hast.

Damit wäre die Installation selbst abgeschlossen. Nun können die Programme folgen. Ich installiere sie immer auf der Systempartition (meist C:\). Bei Plugins, wie oben schon beschrieben, aufpassen, dass du die Sounddateien auf einer eigenen Partition installierst. Das geht eigentlich immer. Mir ist z. Z. kein Plugin / Klangerzeuger bekannt, der diese Möglichkeit nicht bietet. Viele klicken da einfach weiter, ohne zu lesen.

Ich möchte noch ein paar Bemerkungen anhängen:

  1. Hardwareprobleme

    Hast du alles richtig gemacht, sollte dein System sauber laufen. Tut es das trotzdem nicht, könnte ein Hardwareproblem vorliegen. Bei fast allen Softwareherstellern findest du Supportforen, in denen über Inkompatibilitäten geschrieben wird. Nicht selten gibt es Stress mit z.B. Via-Chipsätzen. Da knackt und kracht es im Datenstrom, obwohl alles richtig eingestellt ist. Dann hilft nur eines: MB rausschmeißen + anderes kaufen.

  2. Benutzerkonten

    Viele User halten dieses Thema für ärgerlich, oder überflüssig. Sie arbeiten ständig mit vollen Administratorrechten und surfen damit auch im Internet. Das halte ich für absolut unverantwortlich! Viren und Trojaner können erst dann richtig in Aktion treten, wenn sie ihre Programmsoftware auf deinem Rechner installieren können. Dafür brauchen sie aber die Adminrechte. Arbeitest du aber mit einem eingeschränkten Benutzerkonto, bekommen sie in der Regel diese Rechte erst gar nicht, sie bleiben also wirkungslos.

    Klar, es ist etwas nervig, wenn man Programmänderungen vornehmen möchte und das nur per Starten des Installers mit Rechtsklick tun kann und bei manchen schlecht programmierter Software nur vom Adminkonto aus. Aber ist dein PC erst einmal richtig verseucht und wird zum Zombie, hilft oft nur noch eines: plattmachen! Und zwar nicht nur C:\, weil jede ausführbare Datei infiziert sein kann. Da kann man nur hoffen, dass du regelmäßig Backups gemacht hast, und zwar extern.

  3. Defragmentierer

    Warum überhaupt defragmentieren? Windows speichert Daten leider auf eine für uns ärgerliche Weise: größere Datenblöcke werden auseinandergerissen, um mit den kleineren Teilen die Sektoren der HD besser ausnutzen zu können. Jedes mal nun, wenn ein Programm mit Daten hantiert, werden diese gelesen und anschließend wieder irgendwo auf die HD geschrieben, und zwar in kleinen Teilen, da wo gerade was frei ist. Auf Dauer werden so die Daten immer mehr zerstückelt. Der Lesekopf der HD flitzt wie ein Irrer über die ganze HD, um alle Teile wieder zusammen zu bringen. Bei großen Dateien (Audio- + Videodaten) wird so der Lesevorgang deutlich langsamer, was am Ende bei HD-Recording zu Stottern, Spratzen und Asio-Overload führt. Deswegen muss gelegentlich der Defragmentierer angeschmissen werden, um die Datenfetzen wieder zusammen zu führen.

    Leider ist der von Windows mitgelieferte Defragmentierer schlicht nicht zu gebrauchen. Er verlangt immer mindestens 15 % freien Speicherplatz auf C:\  und die Ergebnisse sind auch eher mäßig. Daher rate ich zum Kauf eines anderen Defragmentierers, z.B. mstDefrag, oder O&O. Beide laufen auch im Hintergrund und arbeiten dann, wenn der Rechner gerade im Leerlauf ist. Startet dann der Sequencer wieder, schalten sie sich ab.

So, das wars erst einmal für heute. Habt ihr Vorschläge worüber der nächste Beitrag gehen soll? Anderweitige Anregungen, oder Kritik? Dann bitte kommentieren. Danke! Keep on rocking!

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Pegel 2: richtig aussteuern, analog

Erstellt von Markus Hausmann am Dienstag 27. April 2010

Heute will ich mich mal dem Thema Aussteuerung zuwenden. Was heißt “aussteuern” eigentlich? Ganz einfach: die korrekte Einstellung des Aufnahme-  oder Wiedergabe-Pegels im gesamten System. Wenn du einen guten Sound auf deiner Aufnahme, deiner Mischung, deinem Livemix haben willst, ist die Einstellung des  richtigen Pegels von grundlegender Bedeutung. Wer hier schlampt, kriegt am Ende nur Müll! Zum Verständnis sollte dir der Begriff Pegel klar sein. Wenn nicht, schau dir vorher meinen Beitrag: “Pegel, was ist das?” an.

Grundsätzlich wird ein guter Pegel von 2 Grenzen bestimmt:

  • nach unten hin vom Rauschen: alles was diese Grenze unterschreitet, versinkt im Rauschen.
  • nach oben hin von Verzerrungen durch Übersteuerung. Alles was eine bestimmte Obergrenze überschreitet, klingt verzerrt und unsauber.

Es ist erst einmal egal, ob du analog, oder digital arbeitest. Diese beiden Eckpunkte gibt es immer, sie sehen nur im Detail anders aus und die Grenzen liegen woanders. Auch lasse ich zunächst die unterschiedlichen Typen von Aussteuerungsanzeigen weg. Dazu kommen wir später.

Wenden wir uns zunächst der Analogtechnik zu, denn das Meiste hier ist auf die Digitaltechnik übertragbar. Folgendes Beispiel: du willst eine Akustik-Gitarre auf Band aufnehmen. Dafür kommt folgende Technik zum Einsatz:

  • 1 Mikrofon
  • 1 Mischpult, der Einfachheit halber ein kleiner Mixer ohne Subgruppen
  • 1 Bandmaschine

Beim Mikrofon ist erst einmal nicht so viel zu beachten, außer die Positionierung und die Vordämpfung. Bist du zu dicht dran, wummert’s böse. Bist du zu weit weg, wird’s leise, dünn und man hört zuviel Raumanteil. Die Vordämpfung sollte bei einer Gitarre aus sein, sonst liefert das Mikro zu wenig Pegel und wir haben den ersten Fehler im System.

Beim Mischpult wird es schon komplexer, da haben wir mehrere Baugruppen:

  • die Eingangsektion mit der Vorverstärkung (Gain)
  • die Kanal-Entzerrung (Channel-EQ)
  • den Kanal-Fader
  • die Master-Sektion mit Masterfader und Aussteuerungsanzeige. Von hier soll’s auf die Bandmaschine gehen.

Deine Abhöre vernachlässigen wir erst einmal. Hat dein Mixer eine SOLO- oder PFL-Schaltung, dann benutze sie jetzt! Drehe den Gain-Regler ganz nach links und drücke die SOLO / PFL-Taste im Inputkanal und beobachte die Aussteuerungsanzeige im Master. Hier wird normaler Weise jetzt der PFL-Pegel des Inputs angezeigt. Größere Mischpulte haben manchmal eine eigene Anzeige für den PFL-Pegel. Lass nun den Gitarristen spielen (das, was später aufgenommen werden soll) und drehe den Gain langsam auf, bis an den lautesten Stellen der PFL-Pegel bei ca. +6 dB liegt. Gleichzeitig musst du das Signal über deine Abhöre auf Sauberkeit kontrollieren. Stimmt alles, kannst du den Kanalfader öffnen (= 0dB)  und den Masterfader langsam hochfahren. Beobachte die Aussteuerungsanzeige an der Bandmaschine. Sie sollte, genau wie der PFL-Pegel in den Spitzen +6 dB nicht überschreiten. Nun könntest du die Aufnahme starten.

Hat dein Mixer keine SOLO oder PFL-Schaltung (Homerecording), wird das ganze etwas fummeliger, aber nicht unmöglich. Um den Gain zu justiern musst du dann erst den Kanalfader + Masterfader auf 0dB stellen. Achtung: Abhöre leiser drehen. Könnte sonst das Trommelfell, oder die guten Beziehungen zu den Nachbarn kosten! Nun den Gain einstellen und dabei die Aussteuerungsanzeige im Master beobachten.

Bei der Bandmaschine ist schon mehr Vorsicht gefragt. Hier ist das Bandmaterial selbst der begrenzende Faktor. Ein Signal unter -35 bis -40dB versinkt schnell im Bandrauschen, wenn kein Dolby zur Hand ist. Nach oben hin beginnen die Übersteuerungen weich. Erst ab 3% Signalanteil werden sie deutlich hörbar, man spricht auch von 3% T.H.D. (Third Harmonic Distortion). Wo hier die genaue Grenze liegt, hängt vom verwendeten Bandmaterial und der Maschine ab. Ebenso von der Einmessung der Maschine. In den Spitzen darf man meist schon mal +6dB berühren. Ein Dauerpegel in dieser Stärke ist aber eine garantierte Übersteuerung und mit Sicherheit hörbar. Ganz abgekochte Jungs nutzen diese Übersteuerungsgrenze ganz bewusst um  “Sound zu machen”. Dabei fährt man den Pegel dicht an die Übersteuerungsgrenze heran in die so genannte Bandsättigung. In diesem Bereich, kurz vor der richtigen Übersteuerung, arbeitet das Band nicht mehr so ganz linear. Das klingt dann ein bisschen wie ein Multibandkompressor und hat in bestimmten Fällen durchaus seinen Reiz.

Noch was Allgemeines: analoge Mischpulte / Mixer sind heute recht übersteuerungsfest. Hier kann und soll man also hohe Pegel fahren, ohne gleich Angst vor Übersteuerungen zu haben. Aber Vorsicht: qualmende Kondensatoren und OP-Amps schreien eher nach Feuerlöscher, als nach Plattenvertrag. Wenn du den Channel-EQ einsetzt, musst du auch wieder den Gesamtpegel im Blick haben. Hebst du einen Frequenzbereich deutlich an, steigt somit auch der Gesamtpegel im Kanal! Es kann durchaus passieren, dass zu wilde EQ-Einstellungen eine Korrektur des Gains bedingen, sonst zerrts.

Die Mischung: hier gilt natürlich das gleiche für alle Kanäle. Jeden Kanal zu Beginn korrekt einpegeln! Diese Arbeit musst du dir schon machen, willst du keinen Klangbrei abliefern. In großen Tonstudios sind Bandmaschinen und Mischpult korrekt auf einander eingemessen (sollten sie!). Kommt also 0dB vom Band liegen auch wirklich 0dB am Pult an. Das erspart ne Menge Arbeit. Live ist das natürlich anders.

Und jetzt beginnt der Pegelkampf: hast du die Inputs sauber eingepegelt, geht während der Mischung ständig der Blick zum Master. Bei 32 aktiven Inputsignalen, alle Fader oben, gibts schnell ne Übersteuerung im Master. Also nicht Gain, sondern Kanalfader runter. Hat man aber gerade seinen Traum-Drummix erstellt, wirds ärgerlich. Daher erfand der Mischpultgott die Subgruppen (Subgroup). Einfach alle Drum-channels mit den Effekten auf eine Subgroup geroutet und schon ist das Problem gelöst.

Im Studio kommt es im Master auf einen hohen guten Pegel an. Der ist so in der Mischung schnell erreicht. Live ist das schon anders: hier kann bei voll aufgerissenem Masterfader schon mal das Holz von der Bühne kippen. Anschließend kommen die Bullen wegen Ruhestörung …
Manchmal hab ich schon gesehen, dass die Gains runtergeschraubt wurden und der Master oben blieb. Das ist falsch! Zieh einfach den Master runter, egal ob er dann bei -30dB steht. Der Sound wird in den Channels gemacht. Da sind eventuell auch Kompressoren, oder Gates insertet, Effekte werden angesteuert und die brauchen einen ordentlichen Pegel.

So, das soll´s erst einmal gewesen sein. Und wie immer: über Kommentare, Anregungen und Hinweise würde ich mich freuen. Alle Texte in diesem Blog sind nur für private Zwecke gedacht. Keine anderweitige Veröffentlichungen ohne meine Genehmigung. Danke.

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